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50 Jahre Partnerschaft Norheim – Tannay/Burgund

Ein Beispiel gelebter Freundschaft

Das 50-jährige Jubiläum der „Jumelage“ zwischen Norheim und Tannay ist ein  Beweis für eine langjährige deutsch-französische Freundschaft.

Eine Norheimer Delegation von 30 Personen war an Christi Himmelfahrt zur gemeinsamen Jubiläumsfeier in die französische Partnerstadt gereist.

Einige Norheimer Grundschüler waren zum ersten Mal dabei, Edgar Petermann, Ehrenbürger beider Gemeinden, pflegt die Freundschaft regelmäßig seit 1971.

Waren es früher örtliche Vereine und die Feuerwehren, die die Partnerschaft trugen, so sind es jetzt die Partnerschaftsvereine beider Gemeinden, die die Organisation mit Leben erfüllen.

 

In seiner Rede am Festabend zum 50-jährigen Jubiläum im großen Rathaussaal von Tannay erinnerte der gastgebende Bürgermeister Dr. Nolot daran, dass die Partnerschaft über so viele Jahre vorwiegend mit dem großem Engagement von Vereinen und der Feuerwehr beider Gemeinden sowie dem mehrjährigen intensiven Schüleraustausch der Grundschulen hatte gelingen können.

Er bedauerte, dass es diese Formen der Gemeinsamkeit nicht mehr gebe, was u. a. auf ein Problem der veränderten Altersstruktur zurückzuführen sei. Deshalb regte er an, bestehende Freundschaften weiter zu pflegen, aber auch wieder mehr junge Menschen, Schüler aus den Grundschulen, einzubeziehen und dankte  den beiden Partnerschaftsvereinen mit ihren Vorsitzenden Ludwig Wilhelm und Daniel Billand, die sich in Norheim und Tannay für die Zukunft der Freundschaft einsetzen.

Der Norheimer Ortsbürgermeister Dr. Michelmann betonte in seiner Festrede, dass zwar die Politik den Grundstein für die deutsch-französische Freundschaft gelegt habe, es aber die Aufgabe der Menschen vor Ort sei, durch Austausch und Besuche die Freundschaft konkret zu pflegen. Allerdings werde es in multimedialer Zukunft schwieriger, persönliche Kontakte zu pflegen, da immer mehr Aufgaben vor allem die jüngeren Menschen daran hinderten. „Eine Freundschaft bemisst sich aber nicht daran, wie oft man sich sieht, sondern dass man sich auf Freunde verlassen kann“, so Dr. Michelmann. Er dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz und schloss mit den Worten: „Vive l‘ amitié entre Tannay et Norheim.

Zum Abschluss des Festaktes zeichnete die Präsidentin der regionalen Gruppe der Partnerschaft   Bourgogne/Rheinland Pfalz, Mme. Poulin, mit einer Ehrenurkunde die beiden Bürgermeister und die Mitglieder beider Komitees (siehe Foto) für ihr intensives partnerschaftliches Engagement aus.

Ausgerichtet wurden Jubiläumsfeier und Festbankett  im voll besetzten Festsaal des Hotel de Ville (Rathaus) von  fleißigen Helfern und Helferinnen des „Comité de Jumelage Norheim–Tannay“. Eine Tanzgruppe aus der Stadt Nevers unterhielt  in historischen Kostümen beim Klang  mittelalterlicher Instrumente mit alten Holzschuh-Tänzen aus der Region und spannte dabei gerne einige Norheimer beim Paar- und Reigentanz mit ein.

 

Vor dem Jubiläumfest hatten die deutschen Gäste ein interessantes touristisches Programm: Die Norheimer sollten nicht nur   Tannay  kennenlernen, sondern auch die benachbarte Stadt Clamecy. Die dortige  romanisch-hochgotische Kathedrale – auf das Jahr 635 n. Chr. zurückgehend – unterstrich dominierend bei strahlendem Sonnenschein den mittelalterlich Flair der  pittoresken alten Fachwerkhäuser.

Im anschaulich gestalteten Flößerei-Museum am Flüsschen Yonne staunten die deutschen Gäste, dass von Clamecy aus mit riesigen Holzflößen über Kanäle und Flüsse die Großstadt Paris bis ins späte 19. Jahrhundert mit dem notwendigen Brennholz für Heizungen und Küchen versorgt worden war.

Die Besichtigung des Schlosses Bazoches  bildete  einen  abschließenden Höhepunkt, denn das noch von Nachfahren bewohnte imposante Schloss gehörte einst dem Marschall de Vauban, dem berühmten Festungsingenieur von König Ludwig IX.

 

Beim Abschied am Sonntagmorgen flossen  Abschiedstränen, und mit vielen „Bisous“ („Busserln“) verabredete man sich „A bientôt à Norheim“, um 2019 den zweiten Teil des Jubiläums in Norheim gemeinsam zu feiern.

 

Text: Jürgen Wawrzyniak

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